Wechseljahre und Herzgesundheit

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Wechseljahre und Herzgesundheit: Was Frauen wissen sollten

Wechseljahre und das Herz – eine enge Verbindung

Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine bedeutende Lebensphase, die nicht nur mit bekannten Symptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen einhergeht. Weniger bekannt ist, dass diese Zeit auch eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit spielt. Studien zeigen, dass Frauenherzen während und nach den Wechseljahren besonderen Belastungen ausgesetzt sind: hormonelle Veränderungen, insbesondere der Rückgang des Östrogenspiegels, beeinflussen Blutgefäße, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System.

Eine aktuelle Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung betont, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen noch immer unterschätzt werden, obwohl sie – wie bei Männern – die häufigste Todesursache sind.

Warum sind die Wechseljahre eine Herausforderung für Frauenherzen?

Östrogen wirkt wie ein natürlicher Schutzschild für das Herz:

  • Es hält Blutgefäße elastisch

  • reguliert den Fettstoffwechsel

  • beeinflusst den Blutdruck positiv

Mit Beginn der Wechseljahre sinkt die Östrogenproduktion. Gleichzeitig steigen andere Hormone wie Testosteron ins Gewicht. Diese hormonellen Veränderungen können Risikofaktoren wie Übergewicht (insbesondere Bauchfett) und Bluthochdruck fördern.

Spezifische Risiken:

  • Bluthochdruck: Nach der Menopause verdoppelt sich das Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln. Der Östrogenspiegel sinkt, was die blutdrucksenkenden, gefäßschützenden Wirkungen mindert.

  • Übergewicht & Fettverteilung: Bauchfett wird verstärkt eingelagert, was zusätzlich Hormone produziert, die Appetit und Blutdruck beeinflussen.

  • Schlafstörungen und schlechter Schlaf: Etwa die Hälfte der Frauen erlebt in den Wechseljahren Schlafprobleme, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Schlafqualität und Schlafapnoe hängen zudem mit schlechteren Blutdruck- und Blutzuckerwerten sowie einem höheren Body-Mass-Index zusammen.

Symptome in den Wechseljahren – nicht nur Hitzewallungen

Viele Frauen verbinden die Wechseljahre primär mit typischen Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme. Doch hormonelle Veränderungen wirken sich oft auch subtil auf das Herz-Kreislauf-System aus:

  • Herzrasen, Blutdruckschwankungen

  • Unerklärliche Müdigkeit

  • Andauernde Schlafprobleme

  • Erhöhte Stresslevels

Die Herzstiftung weist darauf hin, dass Schlafprobleme und schlechter Schlaf in dieser Lebensphase nicht nur unangenehm sind, sondern messbar mit schlechterer Herzgesundheit zusammenhängen.

Herzinfarkt bei Frauen – andere Anzeichen als bei Männern

Ein besonderes Risiko besteht darin, dass Frauen oft andere Herzinfarkt-Symptome zeigen als Männer:

  • Atemnot

  • Übelkeit

  • Schmerzen im Oberbauch oder Rücken

  • Extreme Müdigkeit

  • Schweißausbrüche

  • Angst oder Beklemmung

Diese „stilleren“ Symptome werden oft unterschätzt und führen zu späteren Diagnosen. Die Herzstiftung betont, dass Brustschmerz nicht immer im Vordergrund steht und weitere Warnzeichen besonders bei Frauen beachtet werden sollten.

Prävention – so bleiben Frauenherzen stark

Die gute Nachricht: Jede Frau kann aktiv etwas für ihre Herzgesundheit tun, gerade in den Wechseljahren.

Wichtige Präventionsmaßnahmen:

  1. Gesunde Ernährung

    • Mediterran, ballaststoffreich, viel Obst und Gemüse

    • Weniger gesättigte Fette, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel

  2. Regelmäßige Bewegung

    • Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche (z. B. Walking, Radfahren, Schwimmen)

    • Krafttraining zur Stärkung von Muskeln und Knochendichte

  3. Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker im Blick behalten

    • Kontrollen regelmäßig durchführen

    • Erwägen, ab der Menopause verstärkt auf Hypertonie (Bluthochdruck) zu achten, da das Risiko steigt.

  4. Gewicht und Körperzusammensetzung beobachten

    • Bauchfett reduzieren, da es hormonell aktiv sein kann und den Blutdruck erhöhen kann.

  5. Schlafqualität verbessern

    • Schlafstörungen und ggf. Schlafapnoe ernst nehmen

    • Gute Schlafhygiene, regelmäßige Schlafzeiten, Entspannungstechniken

  6. Stressmanagement und psychische Gesundheit pflegen

    • Stress wirkt sich negativ auf Herz und Kreislauf aus

    • Techniken wie Meditation, Entspannungsübungen helfen

  7. Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig nutzen

    • Check-Ups ab ca. 40 Jahren – besonders wenn Risikofaktoren oder familiäre Vorbelastung bestehen.

    • Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, ggf. Ultraschalluntersuchungen und EKG evaluieren lassen

  8. Medizinische Beratung bei Verhütungsmethoden und Medikamenten

    • Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel nutzen und übergewichtig sind: höheres Risiko für Bluthochdruck.

    • Hormonersatztherapie (HRT): Vor- und Nachteile im Hinblick auf Herzgesundheit sorgfältig abwägen

Frauenherzen im Fokus – warum spezielle Betreuung wichtig ist

Herzmedizin muss geschlechtsspezifische Unterschiede stärker berücksichtigen:

  • Unterschiede in Symptomen, Verlauf und Wirkung von Medikamenten zwischen Frauen und Männern.

  • Erkrankungen wie Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Vorhofflatterntreten bei Frauen typischerweise etwa zehn Jahre später auf als bei Männern, aber mit ähnlicher Schwere und Mortalität.

Es ist essenziell, dass Frauen und Ärzt*innen sensibilisiert sind für diese Unterschiede und Vorsorge- sowie Therapieentscheidungen geschlechtsspezifisch angepasst werden.

Hormonelle Veränderungen: Chancen und Risiken der Hormontherapie

Ein zentraler Punkt ist die Frage nach einer Hormonersatztherapie (HRT). Während diese Therapie Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen lindern kann, muss ihr Einfluss auf die Herzgesundheit individuell abgewogen werden:

  • Vorteile können Verbesserung der Gefäßelastizität und des Stoffwechsels sein.

  • Risiken bestehen in der Erhöhung von Thromboserisiken oder anderen Nebenwirkungen.

  • Die Herzstiftung betont, dass Bluthochdruck vor und während einer HRT kontrolliert werden sollte.

Vorsorgeuntersuchungen – was Frauen in den Wechseljahren beachten sollten

Neben gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen ist es wichtig, auch das Herz im Blick zu behalten:

  • Blutdruckkontrolle – idealerweise regelmäßig selbst oder durch Ärzt*innen

  • Blutfettwerte (z. B. LDL, HDL) und Blutzucker messen lassen

  • EKG in Ruhe und unter Belastung

  • Ultraschall von Herz, Halsschlagadern, Becken- und Beingefäßen zur Früherkennung von Gefäßveränderungen

  • Erfassen von Schlafqualität und Lebensstilfaktoren wie Stress, Ernährung, Bewegung

Die Herzstiftung empfiehlt übrigens einen Vorsorge-Checkup ab etwa 40 Jahren, insbesondere bei familiärer Vorbelastung.

 

Wechseljahre und Lebensqualität – ganzheitlicher Ansatz

Neben der medizinischen Perspektive geht es auch darum, Lebensqualität und Wohlbefinden in den Wechseljahren zu fördern:

  • Ernährung & Bewegung: Stabilisieren das Gewicht, verbessern das Herz-Kreislauf-System

  • Psychische Gesundheit: Unterstützung durch Gespräche, Therapie, Gruppenangebote

  • Schlaf & Erholung: Bedeutung gesunden Schlafs und Auszeiten betonen

Fazit: Wechseljahre bewusst erleben – Frauenherzen schützen

Die Wechseljahre markieren nicht nur eine hormonelle Umstellung, sondern auch einen Wendepunkt für die Herzgesundheit von Frauen. Wer sich der hormonellen Veränderungen, der erhöhten Risiken und der geschlechtsspezifischen Besonderheiten bewusst ist, und vorbeugend handelt, kann Frauenherzen dauerhaft schützen.

Die Pressemitteilung der Herzstiftung macht klar: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht nur Männerkrankheiten. Bluthochdruck, Schlafstörungen und Übergewicht haben in der Menopause große Bedeutung – und Vorsorge, Lebensstil und geschlechterspezifische Betreuung sind entscheidend.

Wir freuen uns von ganzem Herzen auf Sie!

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FAQs

– Häufig gestellte Fragen

Ein Kardiologe ist der Facharzt für Herz- und Kreislauferkrankungen und damit auch in den Wechseljahren ein wichtiger Ansprechpartner. Während der Menopause sinkt der Östrogenspiegel, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöht. Ein Kardiologe kann durch Vorsorgeuntersuchungen, individuelle Beratung und gezielte Behandlungen dazu beitragen, die Herzgesundheit in dieser Lebensphase zu erhalten.

Der Hormonrückgang während der Wechseljahre führt zu Veränderungen im Fettstoffwechsel, Blutdruck und Gefäßsystem. Östrogen wirkt normalerweise schützend auf die Blutgefäße, indem es die Gefäßwände elastisch hält und Ablagerungen vorbeugt. Mit dem Eintritt der Menopause geht dieser Schutz verloren, sodass Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose oder koronare Herzerkrankung häufiger auftreten.

Symptome, die auf eine mögliche Herzbelastung hindeuten, sind unter anderem:

  • Atemnot bei leichter Belastung

  • Herzrasen oder Herzstolpern

  • Druck- oder Engegefühl in der Brust

  • Plötzliche Schweißausbrüche (nicht nur Hitzewallungen)

  • Schwindel oder Ohnmacht

  • Erhöhte Müdigkeit und Leistungsschwäche

Wenn solche Beschwerden regelmäßig auftreten, sollte ein Kardiologe aufgesucht werden.

Hitzewallungen sind ein typisches Symptom der Wechseljahre und entstehen durch hormonelle Umstellungen. Sie treten meist plötzlich auf, dauern wenige Minuten und sind mit einem Hitzegefühl verbunden. Herzbedingte Schweißausbrüche hingegen entstehen oft in Belastungssituationen, sind stärker ausgeprägt und gehen häufig mit Brustschmerzen oder Atemnot einher. Ein Kardiologe hilft, diese Unterschiede sicher abzuklären.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Bluthochdruck

  • Erhöhte Cholesterinwerte

  • Diabetes mellitus

  • Übergewicht und Bewegungsmangel

  • Rauchen

  • Familiäre Vorbelastung mit Herzkrankheiten

Frauen, die mehrere dieser Faktoren aufweisen, sollten regelmäßig einen Kardiologen aufsuchen, um ihre Herzgesundheit zu überprüfen.

Ein Kardiologe kann verschiedene Untersuchungen empfehlen, darunter:

  • Ruhe- und Belastungs-EKG

  • Echokardiographie (Herzultraschall)

  • Langzeit-Blutdruckmessung

  • Blutuntersuchungen (Cholesterin, Blutzucker)

  • Gefäßdiagnostik (z. B. Carotis-Duplexsonographie)

Diese Untersuchungen helfen, Herzkrankheiten frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen.

Ja, die Hormonersatztherapie (HRT) kann Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben. Während Östrogen allein oder in Kombination mit Gestagenen manche Beschwerden der Menopause lindert, ist der Einsatz im Hinblick auf Herzgesundheit umstritten. Studien zeigen, dass eine HRT das Risiko für Thrombosen oder Schlaganfälle erhöhen kann. Ob eine HRT sinnvoll ist, sollte immer individuell mit Gynäkologen und ggf. einem Kardiologen besprochen werden.

Eine herzgesunde Lebensweise ist in der Menopause besonders wichtig. Dazu gehören:

  • Ernährung: Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, gesunde Fette

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten pro Woche)

  • Stressbewältigung: Yoga, Meditation, Entspannungstechniken

  • Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Kardiologen

Das Metabolische Syndrom bezeichnet die Kombination aus Übergewicht (vor allem Bauchfett), Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerwerten und Fettstoffwechselstörungen. In den Wechseljahren steigt die Wahrscheinlichkeit, dieses Syndrom zu entwickeln. Da es ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall ist, sollte es frühzeitig vom Kardiologen erkannt und behandelt werden.

Regelmäßige Bewegung ist eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen. Studien zeigen, dass Frauen in der Menopausedurch Sport ihr Herzinfarktrisiko um bis zu 30 % senken können. Geeignete Sportarten sind Ausdauertraining (z. B. Radfahren, Schwimmen, Walking) kombiniert mit leichtem Krafttraining. Vor Beginn eines neuen Trainingsplans empfiehlt sich ein Belastungs-EKG beim Kardiologen.

Ja, Vorsorge ist in dieser Lebensphase besonders wichtig. Frauen ab etwa 50 Jahren sollten regelmäßige Herz-Kreislauf-Checks beim Kardiologen durchführen lassen – insbesondere, wenn Risikofaktoren oder Symptome vorliegen. So können Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Ja, typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen werden oft allein den Wechseljahren zugeschrieben. Dahinter können sich jedoch auch Herzkrankheiten verbergen. Deshalb ist eine fachärztliche Abklärung durch einen Kardiologen ratsam.

Ein Kardiologe kann je nach Diagnose verschiedene Maßnahmen einleiten:

  • Medikamentöse Therapie (z. B. Blutdrucksenker, Cholesterinsenker)

  • Interventionelle Eingriffe (z. B. Stent, Herzkatheter)

  • Implantierbare Geräte (Herzschrittmacher, Defibrillator)

  • Lebensstilberatung für Herzprävention

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